Start-Stopp-Knopf im Fahrzeug für die automatische Motorabschaltung im Stadtverkehr
Die Start-Stopp-Automatik schaltet den Motor bei längeren Standphasen automatisch ab und startet ihn beim Anfahren wieder

Ampeln, dichter Berufsverkehr und Stop-and-go gehören zum Autofahren in einer Großstadt wie Berlin.

Gerade unter solchen Bedingungen soll die Start-Stopp-Automatik ihre Vorteile ausspielen: Steht das Fahrzeug, wird der Motor automatisch abgeschaltet und beim Anfahren wieder gestartet. Dadurch läuft der Motor im Stillstand nicht unnötig weiter. Gleichzeitig stellt sich bei Fahrzeugen mit Turbomotor die Frage, welchen Einfluss die häufigen Startvorgänge auf Batterie und Turbolader haben.

Warum Start-Stopp gerade im Berliner Stau sinnvoll ist

Im fließenden Verkehr kann eine Start-Stopp-Automatik naturgemäß wenig bewirken. Anders sieht es im Stau und an häufig aufeinanderfolgenden Ampeln aus. Während der Motor abgeschaltet ist, verbraucht er keinen Kraftstoff im Leerlauf und verursacht lokal keine verbrennungsbedingten Abgase.

Gerade Stop-and-go-Verkehr ist hinsichtlich der Emissionen problematisch. Berliner Daten zum Straßenverkehr unterscheiden deshalb ausdrücklich zwischen freiem, dichtem, gesättigtem und Stop-and-go-Verkehr. Moderne Start-Stopp-Systeme setzen genau bei den Stillstandsphasen an.

Schadet häufiges Abschalten dem Turbolader?

Bei älteren Turbomotoren galt die Empfehlung, den Motor nach hoher Belastung nicht unmittelbar abzustellen. Der Grund liegt in den hohen Temperaturen des Turboladers und seiner Schmierung durch Motoröl. Nach schneller Autobahnfahrt oder starker Motorbelastung kann eine Abkühlphase daher weiterhin sinnvoll sein.

Elektronik entscheidet über den Motorstopp

Eine moderne Start-Stopp-Automatik schaltet den Motor jedoch nicht bei jeder Gelegenheit ab. Das Motormanagement berücksichtigt je nach Fahrzeug unter anderem Motortemperatur, Batteriezustand und den Energiebedarf der Nebenverbraucher. Sind die notwendigen Bedingungen nicht erfüllt, bleibt der Motor in Betrieb.

Für die Lebensdauer des Turboladers sind deshalb vor allem korrektes Motoröl, vorgeschriebene Wechselintervalle und ein technisch einwandfreies Schmiersystem entscheidend. Muss ein defekter Lader ersetzt werden, bietet beispielsweise der Turbolader-Shop TurboExpert24 generalüberholte Turbolader für zahlreiche Fahrzeugmarken und Motorisierungen an.

Die Batterie wird tatsächlich stärker beansprucht

Deutlich unmittelbarer wirkt sich Start-Stopp auf die Batterie aus. Ein Fahrzeug ohne diese Technik benötigt den hohen Starterstrom normalerweise nur zu Beginn einer Fahrt. Im Berliner Stadtverkehr kann ein Start-Stopp-Fahrzeug dagegen zahlreiche zusätzliche Startzyklen absolvieren.

AGM und EFB sind für häufige Starts konstruiert

Deshalb werden für Start-Stopp-Fahrzeuge spezielle EFB- oder AGM-Batterien eingesetzt. Sie sind auf eine wesentlich höhere zyklische Belastung ausgelegt. Gleichzeitig müssen sie elektrische Verbraucher wie Beleuchtung, Klimatisierung oder Infotainment versorgen, wenn der Verbrennungsmotor gerade abgeschaltet ist.

Eine konventionelle Starterbatterie sollte daher nicht ohne Prüfung als Ersatz für eine vom Hersteller vorgesehene AGM- oder EFB-Batterie eingebaut werden. Bei vielen modernen Fahrzeugen muss eine neue Batterie zudem im Energiemanagement des Fahrzeugs registriert beziehungsweise angelernt werden.

Was Fahrer selbst für eine lange Lebensdauer tun können

Regelmäßige Wartung ist wichtiger als das vorsorgliche Deaktivieren der Start-Stopp-Funktion. Beim Turbomotor sollten Ölstand, Ölqualität und Wechselintervalle besonders beachtet werden. Nach außergewöhnlich hoher Motorbelastung empfiehlt es sich außerdem, die Hinweise des Fahrzeugherstellers zum Abkühlen des Antriebs zu berücksichtigen.

Bei der Batterie sind vor allem viele Kurzstrecken problematisch, wenn zwischen den Startvorgängen kaum Zeit zum Nachladen bleibt. Funktioniert Start-Stopp plötzlich deutlich seltener, muss das daher nicht auf einen Defekt des Systems hindeuten. Ein niedriger Batterieladezustand kann bereits ausreichen, damit das Energiemanagement automatische Motorstopps vorübergehend unterbindet.

Fazit – Start-Stopp ist für den Stadtverkehr entwickelt

Moderne Start-Stopp-Systeme sind auf die besonderen Belastungen häufigen Anfahrens ausgelegt. Im dichten Berliner Verkehr können sie unnötigen Leerlauf vermeiden und damit insbesondere bei längeren Stillstandsphasen Kraftstoff und lokale Emissionen reduzieren. Turbolader und Batterie werden dabei durch angepasste Technik und elektronische Überwachung geschützt. Entscheidend für ihre Lebensdauer bleiben die richtige Batterie, geeignetes Motoröl und eine Wartung nach Herstellervorgaben.

Artikel in Zusammenarbeit mit www.miomoto.eu.