Bedrohungen gegen jüdisches Leben in Berlin
Bedrohungen gegen jüdisches Leben in Berlin, Foto: Pixabay

Am 7. Oktober 2023 griffen Terroristen der Hamas und anderer Gruppen Israel an. Etwa 1.200 Menschen wurden getötet. Über 250 wurden verschleppt. Zwei Jahre später sind die Folgen weltweit spürbar. Besonders in Berlin zeigt sich eine angespannte Lage. Der Antisemitismusbeauftragte Samuel Salzborn warnt vor einem Alltag, in dem jüdisches Leben nicht sicher ist.

Inhaltsverzeichnis;

Samuel Salzborn über Judenhass in Berlin

Salzborn spricht von einem enthemmten Antisemitismus, der Alltag geworden ist. Er beschreibt Bedrohungen, Beleidigungen und Angriffe gegen Jüdinnen und Juden. Nach seinen Worten sind Grundrechte massiv beschnitten. Dazu zählen:

  • Würde des Menschen
  • Diskriminierungsverbot
  • Religionsfreiheit

Nach Einschätzung Salzborns richtet sich der Hass nicht nur gegen Jüdinnen und Juden, sondern auch gegen die Demokratie.

Immer häufigere Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft
Immer häufigere Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft, Foto: Pixabay

Angriffe auf Polizei und Presse

Bei propalästinensischen Demonstrationen kam es zu Gewalt. Täter griffen Polizisten an. Damit wird das Gewaltmonopol des Staates infrage gestellt. Auch Journalistinnen und Journalisten geraten ins Visier. Sie werden während der Berichterstattung beleidigt oder körperlich attackiert. Das schränkt die Pressefreiheit ein.

Boykottaktionen gegen Kultur und Universitäten

Salzborn nennt weitere Beispiele. Antisemitische Boykottaktionen richten sich gegen Kunst- und Kultureinrichtungen. Kulturelle Institutionen, die sich gegen Antisemitismus positionieren, werden angegriffen. Besetzungen von Universitäten bedrohen jüdische Studierende und Lehrende. Zudem wird die Wissenschaftsfreiheit eingeschränkt.

Gesellschaftliche Reaktionen

Salzborn kritisiert das Fehlen von Solidarität. Er beschreibt ein "dröhnendes Schweigen". Trotz alltäglichem Antisemitismus kommt es kaum zu Protesten oder öffentlichem Aufschrei. Nach seinen Worten ist Gleichgültigkeit ein ernstes Problem.

Folgen des Hamas-Angriffs und des Gaza-Krieges

Die Gewalt vom 7. Oktober 2023 führte zum Gaza-Krieg. Israel erklärte, Geiseln befreien und die Hamas vernichten zu wollen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wurden seit Kriegsbeginn mehr als 66.000 Palästinenser getötet.

Die Ereignisse im Nahen Osten wirken bis nach Berlin. Dort leben mehrere Tausend Jüdinnen und Juden, ebenso viele Palästinenserinnen und Palästinenser. Diese Konstellation beeinflusst das Zusammenleben und die Sicherheitslage in der Stadt erheblich.

Quelle: rbb24