Evakuierung nach Bombenfund in Berlin
Evakuierung nach Bombenfund in Berlin, Pixabay/Foto illustrativ

In Berlin sind innerhalb weniger Tage zwei mutmaßliche Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Polizei bereitet umfangreiche Sperrungen und Evakuierungen vor. Betroffen sind Tausende Menschen, Kliniken, Schulen und der Schiffsverkehr.

Inhaltsverzeichnis:

Fund an der Mühlendammschleuse

Am Donnerstag wurde im Bereich der Fischerinsel in Berlin-Mitte eine mutmaßlich große Weltkriegsbombe entdeckt. Sie liegt rund drei Meter tief im Wasser nahe der Mühlendammschleuse. Der Fund erfolgte während Routinearbeiten der Kampfmittelräumung.

Die Polizei sperrte den unmittelbaren Bereich ab und stoppte den Schiffsverkehr auf der Spree. Noch am Abend sollte ein Sperrkreis vorbereitet werden. Anwohner müssen mit Evakuierungen rechnen, da eine zeitnahe Entschärfung notwendig ist.

Entschärfung in Berlin-Spandau

Bereits am Mittwoch wurde in der Neuendorfer Straße in Berlin-Spandau eine 100-Kilo-Bombe gefunden. Sie stammt laut Polizei aus dem Zweiten Weltkrieg und soll am Freitag entschärft werden. Ein Sperrkreis von 500 Metern Radius wird eingerichtet. Rund 12.400 Menschen sind von den Maßnahmen betroffen.

Die Bewohner müssen den Bereich bis Freitagmorgen, 8 Uhr, verlassen haben. Notunterkünfte stehen ab 7 Uhr in zwei Sporthallen bereit. Der Fundort wird durchgehend von der Polizei bewacht.

Einschränkungen für Klinik und Einrichtungen

Das Vivantes-Klinikum in Spandau liegt innerhalb des Sperrkreises. Geplant ist eine Teilräumung ohne Verlegung von Patienten. Während der Entschärfung darf das Gebäude nicht betreten oder verlassen werden, der Betrieb der Rettungsstelle wird eingestellt.

Auch andere Einrichtungen sind betroffen:

  • Pflegeeinrichtungen
  • die Lynar-Grundschule
  • die Kindertagesstätte Oscar e.V.
  • die Awo-Kita Wundertüte
  • eine Unterkunft für Schutzsuchende

Der Betrieb in den Einrichtungen wird eingeschränkt oder vollständig geschlossen.

Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen

Die Polizei warnte vor Verkehrsproblemen in Spandau. Zahlreiche Straßen sowie Teile der Havel werden komplett oder teilweise gesperrt. Dazu zählen:

  1. Neuendorfer Straße zwischen Paula-Hirschfeld-Steig und Askanierring
  2. Schäferstraße, Schützenstraße, Parkstraße
  3. Eiswerderstraße, Brauereihof
  4. Rosa-Reinglass-Steig, Paula-Hirschfeld-Steig
  5. An der Wasserstadt, Zum alten Strandbad
  6. Neue Bergstraße und Lynarstraße
  7. Lutherstraße, Kurstraße
  8. Sportplatz Neuendorfer Straße
  9. Gewässer der Havel zwischen Spandauer See und Paula-Hirschfeld-Steig

Die Polizei rät, den Bereich weiträumig zu umfahren und den Öffentlichen Nahverkehr einzuplanen.

In Berlin stehen damit gleich zwei Bombenentschärfungen kurz bevor. Während die Gefahr in Mitte noch in der Nacht gebannt werden soll, bereiten sich in Spandau mehr als 12.000 Menschen auf eine großangelegte Evakuierung am Freitag vor.

Quelle: rbb24