Rückkehr der liberalen Rabbiner-Ausbildung nach Berlin geplant
Rückkehr der liberalen Rabbiner-Ausbildung nach Berlin geplant, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Debatte um eine Rückkehr der liberalen Rabbiner-Ausbildung nach Berlin gewinnt an Tempo. Jüdische Gelehrte verfolgen ein klares Ziel. Die Hauptstadt soll wieder Ausbildungsort werden. Politische Unterstützung liegt vor. Die SPD sagt ihre Unterstützung zu. Mehrere Akteure arbeiten parallel an der Umsetzung. Die Pläne betreffen Religion, Bildung und Stadtgeschichte zugleich.

Inhaltsverzeichnis:

Alexander Freier-Winterwerb und Berlin

Die Tradition des liberalen Judentums hat eine lange Geschichte. Das betont Alexander Freier-Winterwerb, 39 Jahre alt. Der SPD-Abgeordnete verweist auf das 19. Jahrhundert. Damals entstehen die Anfänge des Reformjudentums in Deutschland. Berlin spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit Regina Jonas wurde hier weltweit die erste Frau zum Rabbiner ordiniert. Sie lebte von 1902 bis 1944. Diese historische Verbindung gilt als zentrales Argument für den Standort. Weitere Informationen zu jüdischer Erinnerungskultur finden sich hier.

Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam

Liberale Rabbiner werden derzeit am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam ausgebildet. Aktuell studieren dort 17 Personen. Die Einrichtung steht vor erheblichen finanziellen Problemen. Mehrere Rabbiner planen deshalb einen Umzug des Kollegs nach Berlin. Alexander Freier-Winterwerb unterstützt diese Pläne. Er rechnet mit jährlichen Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. Diese Summe betrifft Miete, Theologen und Kantoren. Im Landeshaushalt stehen etwa 8 Millionen Euro für jüdische Gemeindearbeit zur Verfügung. Ein Teil dieser Mittel soll für die Rabbiner-Schule eingesetzt werden.

Jonah Sievers und Charlottenburg

Auch Vertreter der Gemeinden äußern sich zu den Plänen. Jonah Sievers, 54 Jahre alt, ist Rabbiner an der Synagoge an der Pestalozzistraße. Das Gebäude verfügt über 600 Sitzplätze und liegt in Charlottenburg. Er sagt wörtlich „Ich würde mich freuen, wenn Berlin wieder Sitz der liberalen Rabbiner-Ausbildung wird, dem historisch angestammten Ort. Sie können dann in Deutschland und weltweit wirken.“ Aktuelle Entwicklungen innerhalb der jüdischen Gemeinden werden dort ausführlich beschrieben.

Ausbildung und jüdisches Leben

Die Ausbildung zum Rabbiner dauert fünf bis sieben Jahre. Der Lehrplan ist klar festgelegt und umfasst mehrere Bereiche.

  1. Theologie
  2. Tora- und Talmud-Forschung
  3. jüdisches Recht
  4. Gemeindearbeit
  5. Hebräisch

Der Talmud ist eine Sammlung jüdischer Schriften. Die Tora ist der erste Teil der hebräischen Bibel und umfasst fünf Bücher Moses. Während orthodoxe Juden die Religionsgesetze streng auslegen, interpretieren liberale Juden die Traditionen modern. In Berlin leben geschätzt bis zu 30.000 Juden. Rund 10.000 Personen sind in der Jüdischen Gemeinde organisiert. Historische Einordnung bietet auch der Beitrag zum Gedenken am 9. November in Deutschland.

Quelle: BZ Die Stimme Berlins

FAQ

Warum soll die Ausbildung liberaler Rabbiner nach Berlin zurückkehren?

Berlin gilt als historisch gewachsener Standort des liberalen Judentums in Deutschland. Hier wurde mit Regina Jonas erstmals weltweit eine Frau zum Rabbiner ordiniert, was die Bedeutung der Stadt für diese Ausbildungsform unterstreicht.

Wo werden liberale Rabbiner derzeit ausgebildet?

Die Ausbildung findet aktuell am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam statt. Dort studieren derzeit 17 angehende Rabbiner.

Welche finanziellen Mittel werden für einen Umzug nach Berlin benötigt?

Für Miete, Theologen und Kantoren werden rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. Die Mittel sollen teilweise aus dem Landeshaushalt für jüdische Gemeindearbeit stammen.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Rabbiner?

Die Ausbildung dauert zwischen fünf und sieben Jahren und umfasst unter anderem Theologie, Tora- und Talmud-Forschung, jüdisches Recht, Gemeindearbeit und Hebräisch.

Wie viele Juden leben in Berlin?

In Berlin leben geschätzt bis zu 30.000 Juden. Etwa 10.000 von ihnen sind in der Jüdischen Gemeinde organisiert.