Mehr Einbürgerungen und neue Betrugsfälle in Berlin
Mehr Einbürgerungen und neue Betrugsfälle in Berlin, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Berlin beschleunigt die Vergabe deutscher Pässe deutlich. Die Zahlen steigen stark. Gleichzeitig werden bundesweit neue Betrugsfälle beim Nachweis von Sprachkenntnissen registriert. Der Berliner Senat setzt dennoch auf Tempo. Kritiker verweisen auf Lücken bei der Kontrolle. Im Jahr 2025 wurden in Berlin 39.034 Einbürgerungen vollzogen. Das ist ein Höchstwert. 2024 lag die Zahl bei 21.811. 2023 waren es 9.041. Auch im Umland werden hohe Werte gemeldet, etwa beim Einbürgerungsrekord Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Zahlen des berliner senats 2023 bis 2025

Der Anstieg ist deutlich messbar. Die Entwicklung innerhalb von 3 Jahren zeigt eine Vervierfachung.

Jahr Anzahl der Einbürgerungen
2023 9.041
2024 21.811
2025 39.034

Damit wurden 2025 fast doppelt so viele deutsche Pässe ausgegeben wie 2024 und mehr als viermal so viele wie 2023.

Der Senat bewertet diese Entwicklung als Erfolg. Ziel sei es gewesen, den Rückstau bei der Bearbeitung von Anträgen abzubauen. Nach eigenen Angaben wird dieser Stau nun schrittweise reduziert. Parallel dazu gab es auch in Brandenburg politische Debatten, mehr dazu hier.

Weiterführende Informationen zum Staatsangehörigkeitsrecht bietet das Bundesministerium des Innern und für Heimat.

Betrugsfälle bei sprachzertifikaten seit sommer 2025

Seit Sommer 2025 melden Polizeibehörden in Deutschland zunehmende Manipulationen bei Sprachtests. Diese Nachweise sind Voraussetzung für die Einbürgerung. Ermittler dokumentieren mehrere Vorgehensweisen. Die Bedeutung der Sprache im Integrationsprozess wird regelmäßig diskutiert, siehe Rolle der deutschen Sprache.

  • Gefälschte Dokumente mit veränderten Namen und Daten in Originalformularen
  • Einsatz eines Doppelgängers beim Sprachtest
  • Hochladen einer ähnlichen Bescheinigung statt des vorgeschriebenen Sprachzertifikats

Die Täuschungen betreffen direkt die für die Einbürgerung erforderlichen Sprachnachweise.

Die dritte Methode nutzt gezielt die hohe Arbeitsbelastung in den Behörden. Antragsteller hoffen, dass Sachbearbeiter Unstimmigkeiten übersehen.

Gesetzesänderung der bundesregierung im dezember 2025

Ende Dezember 2025 reagierte die Bundesregierung mit einer Anpassung des Gesetzes.

Wer bei einem Einbürgerungsverfahren wegen Betrugs überführt wird, darf 10 Jahre lang keinen neuen Antrag stellen.

Die Maßnahme soll abschreckend wirken. Sie greift jedoch nur, wenn Manipulationen erkannt werden. Bleibt ein Betrug unentdeckt, entfällt diese Sperrfrist.

Trotz der bundesweiten Ermittlungen setzt Berlin die beschleunigte Vergabe fort. Ein Stopp der Verfahren bis zur Einführung zusätzlicher Kontrollen erfolgte nicht. Der Senat hält am eingeschlagenen Kurs fest und arbeitet weiter im Eilverfahren.

Überprüfen Sie die Standorte der Bürgerämter in Berlin auf Google Maps:

Karte: Google Maps / Standort der Bürgerämter in Berlin

FAQ

Wie viele Einbürgerungen gab es 2025 in Berlin?

Im Jahr 2025 wurden in Berlin 39.034 Einbürgerungen vollzogen. Das ist fast doppelt so viel wie 2024 mit 21.811 Fällen und mehr als viermal so viel wie 2023 mit 9.041.

Welche Betrugsmethoden wurden bei Sprachzertifikaten aufgedeckt?

Nach Angaben der Polizei wurden 3 Methoden festgestellt. Dazu gehören gefälschte Dokumente mit veränderten Daten, der Einsatz eines Doppelgängers beim Sprachtest sowie das Hochladen einer ähnlichen Bescheinigung anstelle des vorgeschriebenen Sprachzertifikats.

Seit wann sind die Betrugsfälle bekannt?

Seit Sommer 2025 werden in ganz Deutschland vermehrt Manipulationen beim Nachweis der Sprachkenntnisse festgestellt, die für die Einbürgerung erforderlich sind.

Welche Konsequenzen drohen bei nachgewiesenem Betrug?

Wer bei einem Einbürgerungsverfahren wegen Betrugs überführt wird, darf 10 Jahre lang keinen neuen Antrag stellen. Diese Regelung gilt seit der Gesetzesänderung Ende Dezember 2025.

Hat Berlin die Einbürgerungsverfahren wegen der Betrugsfälle gestoppt?

Nein. Trotz der bundesweiten Ermittlungen setzt Berlin die beschleunigte Vergabe deutscher Pässe fort. Ein Stopp der Verfahren bis zur Einführung zusätzlicher Kontrollen erfolgte nicht.

Quelle: BZ Die Stimme Berlins, Patizonet