Mehr Einsätze der Polizei in Berliner Freibädern
Mehr Einsätze der Polizei in Berliner Freibädern, Foto: Pixabay

Die Berliner Polizei hat in dieser Badesaison deutlich mehr Vorfälle registriert als im Jahr zuvor. Zwischen dem 1. April und dem 10. August 2024 wurden 141 Straftaten gezählt – das sind rund 7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2023. Auffällig ist, dass trotz der Zunahme an Taten wegen des regnerischen Julis weniger Menschen die Bäder aufsuchten. Insgesamt besuchten etwa 760.000 Gäste die Anlagen, was einem Rückgang von 110.000 Personen entspricht.

Inhaltsverzeichnis:

Anja Dierschke meldet mehr Hausfriedensbrüche

Laut Polizeisprecherin Anja Dierschke stieg vor allem die Zahl der Hausfriedensbrüche. Die Polizei erfasste 23 Fälle, im Vorjahr waren es lediglich 16. Auch die Körperverletzungen nahmen zu. Bis Mitte August gab es 21 Taten, 2024 im selben Zeitraum nur 13. Damit wurde ein klarer Anstieg dokumentiert.

Eine Übersicht zeigt die Entwicklung:

  1. Hausfriedensbruch: 23 Fälle
  2. Körperverletzungen: 21 Fälle
  3. Nötigung oder Bedrohung: 7 Fälle
  4. Sexualdelikte: 3 Fälle

Einfache Diebstähle in Berliner Freibädern

Ein großer Teil der Vorfälle betraf einfache Diebstähle – insgesamt 33 Taten, darunter zahlreiche Taschendiebstähle. Diese machen den größten Anteil der Delikte aus. Auch hier musste die Polizei verstärkt einschreiten. Die registrierten Straftaten verdeutlichen, dass die Freibäder nicht nur Erholungsorte sind, sondern auch Brennpunkte für kleinere Kriminalität.

Probleme im Sommerbad Neukölln

Bereits zum Start der Saison kam es zu Schwierigkeiten beim Einlass. Veränderte Abläufe führten zu Unmut unter den Badegästen und machten polizeiliche Einsätze erforderlich. Die Polizei passte ihre Präsenz nach Abstimmung mit der Badeleitung an. Am Freitag eskalierten im Sommerbad Neukölln Auseinandersetzungen, bei denen fünf Menschen verletzt wurden, darunter eine Frau, die ins Krankenhaus musste.

Ermittlungen und Altersstruktur der Tatverdächtigen

Von den insgesamt 141 Straftaten konnte die Polizei in 64 Fällen mindestens eine verdächtige Person ermitteln. Das entspricht knapp der Hälfte der Vorfälle. Die Altersstruktur der Beschuldigten zeigt ein breites Spektrum:

  • 33 Erwachsene
  • 9 Heranwachsende im Alter von 18 bis 20 Jahren
  • 20 Jugendliche
  • 4 Kinder

Die Polizei führte die Entwicklung auch auf das Wetter zurück. Der kühle Saisonstart brachte weniger Gäste in die Freibäder. Mit dem sonnigen Wetter in den letzten Tagen änderte sich die Lage, denn die Berliner Bäderbetriebe meldeten eine der stärksten Badewochen der vergangenen vier Jahre.

Besucherzahlen im Vergleich

Die Berliner Bäderbetriebe und das Strandbad Wannsee registrierten bis zum 10. August rund 760.000 Besucher. Das sind zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Rechnet man die Zahl der erfassten Straftaten auf die Gesamtzahl der Gäste um, ergibt sich ein Anteil von nur 0,02 Prozent.

Trotz der gestiegenen Zahl an Delikten liegt das Risiko für Besucherinnen und Besucher damit weiterhin im niedrigen Bereich.

 Quelle: RBB24